Das Innere unserer Talkirche

Kanzel

Sie ersetzte 1716 die alte, nach Auringen verkaufte Kanzel und stellt neben dem noch erhaltenen Orgelgehäuse den bedeutendsten Einrichtungsgegenstand aus der Barockzeit dar.
Geschaffen hat sie Johann Gottfried Mahr (1651-1739), ein zu seiner Zeit hochgeschätzter Schreiner. Von 1702 bis zu seinem Tode betrieb er die landgräfliche Bannmühle (heute Standort der Stanniolfabrik) in Eppstein in Erbleihe. Seine überwiegend in braunem Ton gebeizte, ohne Fuß an der Wand hängende Kanzel hat er reich und symbolträchtig verziert:
Den Abschluss der kronenartig geschnitzten Bedachung des Schalldeckels bildet ein prächtiger Pelikan, der mit seinem eigenen Blut seine Jungen füttert - ein altes christliches Symbol für die Hingabe Jesu Christi, der sein Blut für uns vergossen hat.
Die Kanzel selbst schmücken gedrehte Doppelsäulchen, dazwischen Weinranken- motive, sowie unten das abschließende Fruchtgehänge. Der Künstler mag damit den Gedanken verbunden haben, dass die Predigt, der Samen des Wortes Gottes aufgehen und Frucht bringen soll im Leben der Gläubigen (vergleiche Markusevangelium 4, 1-20; Jesaja 55, 10+11).
An der Rückwand, die von mit Händen geöffneten Vorhängen gerahmt wird, sieht man mit dem hessischen Löwen und den Eppsteiner Sparren das Stadtwappen. Treppe und Geländer wurden 1908 von Jakob und Wilhelm Mahr, den Nachkommen des Kanzelbauers, gefertigt.