Das Innere unserer Kirche

Das Kircheninnere bestand nicht immer nur aus einem Raum. Vermutlich ist bereits mit dem Bau der Talkirche ein Lettner, d. h. ein schrankenartiges Bauwerk, das den Chor vom Langhaus trennte, errichtet worden. Dieser Lettner diente dazu, den an der Talkirche tätigen, in stiftsähnlicher Gemeinschaft lebenden Geistlichen einen eigenen Raum zu schaffen.

Einer Skizze von ca. 1715 zufolge war der Lettner zum Schiff hin durch sechs Arkaden unterbrochen. Auf ihm befand sich eine gangartige Bühne, die vor der Reformation zum Vorzeigen der Eucharistie und von Reliquien, außerdem als Standort der Sänger, die beim Gottesdienst mitwirkten und des Lesepultes für die Lesung von Epistel und Evangelium diente. Oberhalb des Lettners war ein kapellenartiger Sitz für die herrschaftliche Familie eingerichtet. Sie konnte ihn durch einen "Herrengang", der Burg und Kirche miteinander verband, direkt erreichen.

1724 wurde der Lettner beseitigt. Nicht erhalten sind auch die alten Glasmalereien in den mit abwechslungsreichem Maßwerk gestalteten Fenstern. Die jetzigen vier Chorfenster mit den Darstellungen der Geburt, Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu entstanden zwischen 1908 und 1929. Ihr neugotischer Stil entspricht dem der Glasmalerei-Portraits Martin Luthers und Philip Melanchthons in zwei ovalen Fenstern sowie des Guten Hirten und Jesu mit der Samariterin (von 1952) in zwei kleinen spitzbogigen Fenstern in der Nähe des Portals.