Zur Historie der Talkirche

Die Talkirche liegt direkt unterhalb der Burg im Zentrum Alt-Eppsteins. Sie wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts von den Herren von Eppstein im spätgotischen Stil errichtet. Zu ihrer Erhaltung und zur Unterstützung der vielseitigen Aktivitäten rund um die Talkirche wurde 1993 ein Förderverein gegründet.

An ihrer Stelle war bereits im 12. Jahrhundert eine Laurentius-Kapelle im romanischen Stil errichtet worden, die seit etwa 1200 als Pfarrkirche diente.

Gegen 1299 baute man eine dem Ritterheiligen Georg geweihte Kapelle an. Mit dem Bau der Talkirche auf den Fundamenten der beiden alten, niedergelegten Gotteshäuser trugen die Herren von Eppstein der steigenden Einwohnerzahl ihrer Residenz (seit 1318 Stadt) Rechnung. Sie schufen ein einschiffiges Gotteshaus im spätgotischen Stil, das ihre Machthöhe angemessen repräsentieren und als würdige Grablege für ihr Geschlecht dienen konnte.


Da sich die Bevölkerung Eppsteins wahrscheinlich im Jahre 1529 der Lehre Martin Luthers angeschlossen hatte, dürfte die Talkirche in der Reformationszeit einen Teil ihrer spätgotischen Ausstattung verloren haben. Nachdem französische Truppen am Ende des 30-jährigen Krieges die Kirche in einen Pferdestall umgewandelt und durch Verheizen des Gestühls einen Innenbrand ausgelöst hatten, musste sie in der Folgezeit renoviert werden. Sie erhielt teilweise eine barocke Neuausstattung. Im Zuge einer weiteren, neugotisch geprägten Restaurierung wurde 1908 das heutige Kreuzrippengewölbe eingefügt. Vorher besaß die Kirche eine flache Decke, doch deuten Rippenansätze auf eine ursprüngliche Gewölbeplanung hin.


Im Laufe ihrer langen Geschichte bedurfte die Talkirche immer wieder umfassender Renovierungsmaßnahmen. Die letzte, vor allem auch die statische Sicherung des Bauwerks betreffende, aufwendige Sanierung fand in den Jahren 1992 - 1994 statt und lässt die Talkirche als eines der bedeutendsten Bauwerke Eppsteins in neuem Glanz erstrahlen.