Christlicher Glaube

Der christliche Glaube wurzelt im Judentum und hat in Jesus Christus seinen Urheber und sein Vorbild. Es ist wesentlicher Bestandteil christlicher Überzeugung, dass Gott nicht nur ein unnahbares, fernes Wesen irgendwo im Himmel ist, sondern uns in Jesus Christus auf Augenhöhe begegnet und uns nahe gekommen ist. Jesus ist sozusagen wie die Visitenkarte Gottes.

An ihm und seinem Leben, von dem uns die Evangelien Zeugnis geben, an seiner wohltuenden und heilsamen Weise mit Menschen umzugehen können wir ablesen, wie wichtig wir Gott sind und wie sehr er möchte, dass wir uns des Lebens freuen und es in all seiner Vielfalt und Fülle genießen. Von Jesu vorbehaltloser Art, auf Menschen zuzugehen und ihnen das an Zuwendung zu schenken, was ihnen gut tut, können wir lernen, einander anzunehmen und hilfreich zu begegnen.

Bereits die schlichte Überlegung, was Jesus jetzt in dieser Situation tun würde, kann uns mitten im Alltag Maßstab sein zu sinnvollem Entscheiden und Handeln.

Der Kern christlichen Glaubens und Lebens ist im dreifachen Liebesgebot Jesu, das auf jüdische Traditionen zurückgeht, zusammengefasst:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt´ (5. Mose 6,5). Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: `Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst´
(3. Mose 19,18)."

(Matthäusevangelium 22,37-39).

So ist christliches Leben dreifach eingebettet in die achtsame Beziehung zu Gott, zum Mitmenschen und zu sich selbst.

Die Beziehung zu Gott kann darin ihren Ausdruck finden, dass ich darauf vertraue, allzeit von ihm begleitet und umgeben zu sein, ihm alles sagen kann, was mich bewegt an Freude und Sorge, jederzeit mit ihm Kontakt aufnehmen kann im Gebet. Von den Psalmbetern des Alten Testaments (Psalmen) können wir uns dabei ermutigen lassen, unsere Zweifel und negativen Gefühle wie Wut, Neid oder Hass, unsere Ängste und Verzweiflungen ebenso vor Gott auszubreiten wie unsere Freude und unseren Dank - sei es in einem schlichten Stoßseufzer, in einem geprägten Gebet wie dem Vaterunser oder in eigenen Worten.

Weil Gott überall ist, können wir auch überall beten, aber manchmal können uns Orte und Rituale dabei helfen und unterstützen. Unsere täglich geöffnete Talkirche bietet z.B. einen solchen Raum der Stille und lädt dazu ein, der Seele eine Atempause zu gönnen. Wechselnd ausgelegte Gebete in der Adachtsecke geben Anregungen zum eigenen Nachdenken und Besinnen. Im Anzünden einer Kerze an unserem Taufstein kann das Gebet eine symbolische Fortsetzung finden.

„Fürbitten heißt, jemandem einen Engel zu schicken."
(Martin Luther)

Unsere Beziehung zum Mitmenschen bewährt sich in einem achtsamen und barmherzigen Umgang miteinander. Was wir uns in seiner Situation für uns selbst wünschten, sollten wir ihm an Aufmerksamkeit und Zuwendung versuchen zu schenken. Jesus fasst dies im Evangelium in der bekannten Goldenen Regel zusammen:

 „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!"
(Matthäusevangelium 7,12)

 

Und schließlich geht es um eine möglichst gesunde Beziehung zu uns selbst. Nur wenn wir mit uns selbst gut umgehen, uns annehmen mit all unseren Stärken und Schwächen, uns Atempausen und Oasen der Freude gönnen, können wir auch zu anderen gut und hilfreich sein.

Interaktiv können Sie Inhalte des christlichen Glaubens auf folgender Internetseite erkunden:

http://www.online-glauben.de/de/